Demenz als Todesursache

ASTAT hat die Todesursachen der Südtiroler über einen längeren Zeitraum analysiert.

Immer mehr Demenz-Kranke in Südtirol

Das Landesstatistikinstitut ASTAT hat die Todesursachen der Südtiroler über einen längeren Zeitraum – von 2005 bis 2018 – analysiert: Das Ergebnis: Noch immer sind Kreislauferkrankungen (36,6 Prozent) und Tumore (28,7 Prozent) die Todesursachen Nummer 1 und 2 in Südtirol, aber der Anteil wurde zusehends geringer. Doch die Zahl der Personen, die in Folge einer Demenzerkrankung sterben, nimmt zu.

„Die Südtiroler sind in ihrem Lebensstil relativ gesund am Weg“, lobt Basisarzt Dr. Ernst Fop. Auch wenn es noch ein bisschen Luft nach oben gebe. Grundsätzlich aber bewegen sich die Südtirol viel – und gerade in den vergangenen Jahrzehnten sei auch die Anzahl der Raucher stark zurückgegangen, „zumindest bei den Männern“, weiß Dr. Guido Mazzoleni.

Und damit auch die Fälle von – tödlichem – Lungenkrebs. Auch andere Tumorarten gehen zurück, dank eines besseren Lebenswandels und mehr Vorsorge. „Dank der Screenings lassen sich Tumore oft früh erkennen und dann gut behandeln“, weiß auch Dr. Fop. Besonders gelte das für das Dickdarm-Screening.Und so werden die Südtiroler immer älter. Das durchschnittliche Sterbealter 2018 betrug bei Frauen 83,6 Jahre, bei Männern 77,5 Jahre. Für Neugeborene steigt die Lebenserwartung ebenfalls weiter an: von 84,3 Jahren im Jahr 2005 auf 86,1 Jahre im Jahr 2018 in der weiblichen Bevölkerung, während sie sich für Männer von 78,5 auf 81,7 Jahre verlängerte. Der Abstand zwischen den beiden Geschlechtern hat sich im Laufe der Jahre stetig verringert und lag 2018 bei 4,4 Jahren.

 

Frühe Diagnose wichtig

Mit zunehmendem Alter steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken. Und so verschieben sich die Anteile an den Todesursachen: Während also die standardisierten Sterberaten für Krankheiten des Kreislaufsystems und Tumore deutliche rückläufig sind – bei den Krankheiten des Kreislaufsystems sank sie von 362,5 Todesfällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2005 auf 259,5 im Jahr 2018, bei den Tumoren von 281,4 Todesfällen im Jahr 2005 auf 217,2 im Jahr 2018 – nimmt die Sterblichkeit aufgrund von Krankheiten des Nervensystems sowie von psychischen und Verhaltensstörungen (darunter fallen Demenzerkrankungen) im Bezugszeitraum deutlich zu.

Das zeigt nicht nur die Statistik, das kann auch Dr. Fop aus seinem Praxisalltag bestätigen. „Wichtig ist auch bei Demenzerkrankungen eine frühe Diagnose“, sagt er. „Denn es gibt mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten, mit denen man diese unheilbare Krankheit zwar nicht besiegen, aber ihren Verlauf doch deutlich verlangsamen kann. So kann man noch lange ein gutes Leben haben.“ Die Statistik zeigt jedenfalls, dass die Rate der psychischen und Verhaltensstörungen von 22,6 Todesfällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2005 auf 34,1 Todesfälle im Jahr 2018 angestiegen ist (27,4 Todesfälle bei Männern und 51 bei Frauen).

 

Unfälle: Todesursache bei jüngeren Menschen

Bei der Analyse der Todesursachen können noch weitere geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet werden: Bei den Männern sind die Todesfälle aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems mit rund 32 Prozent fast gleich häufig wie jene aufgrund von Tumoren. Bei den Frauen überwiegen jedoch eindeutig die Krankheiten des Kreislaufsystems gegenüber Tumoren (40 Prozent der Todesfälle zu 25 Prozent).

Hingegen haben Männer ein größeres Risiko aufgrund von Unfällen oder anderen Verletzungen äußerer Ursache zu sterben: 43 Todesfälle je 100.000 Einwohner bei Männern und 27,2 bei Frauen im Jahr 2018. In den jungen und mittleren Altersklassen stellen diese die häufigste Todesursache dar. An ihren Folgen starben mehr als die Hälfte der Verstorbenen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren (55,6 Prozent) und zwischen 20 und 29 Jahren (58 Prozent).

Unterschiede lassen sich auch zwischen den Landesteilen feststellen: So weist etwa das Wipptal (Daten 2018) einen wesentlich höheren Anteil an tödlichen Erkrankungen des Atmungssystems auf als etwa der Bezirk Salten-Schlern.

Text: stol.it

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