ASAA im Austausch mit Europa

Pressemitteilung: Die Abordnungen der Deutschsprachigen Alzheimer- und Demenz-Organisationen (DADO) trafen sich letzthin in München wieder

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 28.05.2026

Die Abordnungen der Deutschsprachigen Alzheimer- und Demenz-Organisationen (DADO) trafen sich letzthin in München wieder

Sie arbeiten gut zusammen und sind nach wie vor überzeugt, dass einschlägige Ländervergleiche nützlich sind. Daher reißt der Kontakt nicht ab, auch weil die Bandbreite der Thematik genügend Stoff liefert. Auch nach dem Abschluss des Erasmus+-Projekts, innerhalb dessen im Juni 2025 drei Broschüren zu wichtigen Themenbereichen – Probleme der Jungerkrankten, Diversität in der Betreuung, Pflegegeld – präsentiert wurden, einigten sich die DADO-Vertreter/innen nach einigen Online-Kontakten über die Grenzen hinweg auf ein persönliches Treffen in München, das letzte Woche im dortigen Selbsthilfezentrum stattfand.

Alzheimer Südtirol Alto Adige ASAA ist seit Jänner 2020 mit dabei und hat auch selbst im Vorjahr einen Austausch in Bozen ausgerichtet. – Der geplante Besuch im Alzheimer-Therapie-und-Forschungszentrum der LMU München musste wegen einer kurzfristigen Kongress-Verpflichtung des Leiters Prof. Perneczky leider entfallen, doch die Besprechungen anhand der mitgebrachten Unterlagen entwickelten sich dennoch sehr anregend. Eigentliches Thema war der Informationsaustausch über die verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen zu Patientenverfügung, Sterbehilfe und assistiertem Suizid mit Fokus auf Demenz und deren praktische Umsetzung in den einzelnen Ländern. Dazu soll ebenfalls ein internes Orientierungspapier entstehen. – Außerdem kamen am zweiten Beratungstag der selbst betroffene Journalist und Autor Jo Failer und der Geschäftsführer der Alzheimer-Gesellschaft München, Tobias Bartschinski, zum DADO-Austausch, um über ihre Erfahrungen zu berichten.

Die Münchner Gesellschaft ist die älteste in Deutschland und bietet eine Vielzahl von Initiativen und Aktivitäten an, in den letzten Jahren verstärkt für Menschen mit beginnender Demenz, jung Erkrankte und deren Familien. Jo Failer, in gesunden Tagen weltweit als Sportjournalist unterwegs, bekam nach längeren Umwegen mit 51 Jahren die Alzheimer-Diagnose, die sein Leben umkrempelte. 2025 erschien sein Erfahrungsbericht darüber, der auf der Buchmesse in Leipzig vorgestellt wurde, Titel: „Ich denke nicht dran. Ein Vermächtnis zu Lebzeiten“. Failer erzählt offen von seinen Erlebnissen und Beobachtungen an sich selbst und geht damit aus Überzeugung an die Öffentlichkeit, um mehr Verständnis für die Krankheit zu erwirken und den Menschen mit Demenz und deren Angehörigen ihr Leben zu erleichtern. Da auch die selbst betroffene Angela Pototschnigg aus Wien (Demenz Selbsthilfe Austria) angereist war, wurde ihr gemeinsamer Appell, unbedingt die Kranken in alle Entscheidungen einzubinden, zur wichtigsten Botschaft dieses Treffens.

(ehm)

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