Allein ist das kaum zu schaffen

Die Gefahr, dass Angehörige die Grenzen ihrer Belastbarkeit weit überschreiten, ist gerade bei Demenz besonders groß.

Im Bild von links nach rechts: ASAA Präsident Ulrich Seitz, das Unterstützer-Paar Antonietta Testa und Riccardo Perotti, Krankenpfleger Stefano Mascheroni

Im Bild von links nach rechts: ASAA Präsident Ulrich Seitz, das Unterstützer-Paar Antonietta Testa und Riccardo Perotti, Krankenpfleger Stefano Mascheroni

„Vor Kurzem hat es ein berührendes Treffen zwischen einem bemerkenswerten Ehepaar aus Bozen und mir gegeben“, berichtet der Präsident der Alzheimervereinigung Südtirol, Ulrich Seitz. Er erzählt von der Begegnung mit Antonietta Testa und ihrem Gatten Riccardo Perotti. Die Beiden hatten auf Vermittlung eines gemeinsamen Bekannten, dem Krankenpfleger Stefano Mascheroni, so Ulrich Seitz, beschlossen, einen Geldbetrag von 3000 Euro für die Unterstützung von Demenzkranken sowie deren Angehörigen zur Verfügung stellen. Eine solche Aktion ist gerade in Zeiten wie diesen, wo viele öffentliche Dienste Corona bedingt, auf Sparflamme gesetzt wurden, von enormer Bedeutung, unterstreicht Seitz.

Für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Pflegenden ist diese Phase der Veränderungen beunruhigend. Die Gefahr, dass Angehörige die Grenzen ihrer Belastbarkeit weit überschreiten, ist gerade bei Demenz besonders groß. Das wurde in diesen Weihnachtstagen wieder sehr evident, betont Seitz.  Denn die Veränderungen, die eine Alzheimerdemenz auslöst, greift in alle Lebensbereiche ein. Das führt oftmals dazu, dass Angehörige ihre eigenen Bedürfnisse häufig in den Hintergrund stellen. Aus dieser Aufopferung resultiert meist eine seelische und körperliche Überforderung des pflegenden Angehörigen, die meist in totaler Erschöpfung und Resignation mündet.

Wir kämpfen landesweit dafür, dass beispielsweise für berufstätige Angehörige teilstationäre Angebote als unverzichtbare Entlastung bei der Pflege zum Standard werden. Neben Tagespflegeeinrichtungen brauchen wir Angebote der Nachtpflege, in denen für den immer größer werdenden Bedarf in Südtirol, die Versorgung über Nacht sichergestellt ist. Die Entwicklungen der letzten 20 Monate zeigen uns auf, dass wir einen massiven Nachholbedarf haben. Ulrich Seitz möchte aber noch ein weiteres Thema in den Vordergrund rücken. Senioren, gerade Alleinstehende mit chronischen Erkrankungen geraten auch in Südtirol immer stärker in das Blickfeld von Kriminellen. Mit diversen Tricks versuchen sie, ältere Bürger zu betrügen oder zu bestehlen. Sie werden häufiger durch Eigentums- und Vermögensdelikte geschädigt und sind bei Trickdiebstahl und Betrug überrepräsentiert. Wenn es die Täter auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft abgesehen haben, dann reicht ihr Beuteschema vom Betrug an der Haustür über den Enkeltrick und Schockanrufe am Telefon bis zum Einbruch. Bei allen Taten ist das höhere Lebensalter der Opfer ausschlaggebend. Gezielt werden Schwächen wie Demenz, Schwerhörigkeit, Unsicherheit, Einsamkeit und Hilfsbereitschaft ausgenutzt. Die Geschädigten schämen sich meistens und ärgern sich, am meisten über sich selbst. Sie wollen es oft nicht einmal ihren Kindern erzählen“, so Seitz. Dennoch ist sein Appell: „Melden, melden, melden.“ Wer einen Betrugsversuch weitergibt, hilft dabei, andere zu schützen, ist sich die Alzheimervereinigung Südtirol gewiss.

Eine Alzheimererkrankung führt fast zwangsläufig zur Pflegebedürftigkeit. Denn die Pflege von Alzheimerkranken kann sich über weit mehr als 10 Jahre hinziehen. Angehörige kommen dabei nicht selten an ihre psychischen und körperlichen Grenzen. Viele arbeiten noch und haben Familie oder sind selbst schon hochbetagt. Umso wichtiger ist, die Pflege auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

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