Tagesschau:„In Südtirol erkrankt pro Jahr ein kleines Dorf an Demenz“

Jährlich erkranken in Südtirol 1.200 Menschen neu an Demenz.

13.000 Personen in Südtirol sind laut dem Verein Alzheimer an Demenz erkranken. Die meisten werden zuhause gepflegt.

Laut dem Präsidenten des Vereins Alzheimer Südtirol Ulrich Seitz erkranken pro Jahr 1.200 Menschen in Südtirol neu an Demenz. Die Gründe dafür blieben vielfach verborgen, sagt Seitz. „Leider gibt es dazu nur wenig aufschlussreiche Studien“, sagt der Präsident des Alzheimer-Vereins. „Demenz ist nicht heilbar, immer mehr Junge sind betroffen und gerade da sehen wir, wie schnell die Krankheit fortschreiten kann. Das macht uns Angst.“

Besonders bei der Erkrankung junger Menschen vermutet Seitz Auslöser im Lebensstil. „Wir müssen genauer hinschauen“, fordert er. „Mehr als 50 Prozent der Demenzkranken leiden auch an Depressionen oder haben ein Trauma nicht bewältigt. Hier müssen wir mehr intervenieren.“

Familien zuhause besser unterstützen

In Südtirol seien derzeit ingesamt etwa 13.000 Menschen an Demenz erkrankt, 10.800 davon lebten zuhause. Seitz pocht deshalb darauf, die Betreuung von Menschen mit Demenz deutlich auszubauen. „Wir müssen diese Familien stärken“, sagt er. „Wir brauchen finanzielle Unterstützung und vor allem Absicherung bei der Rente von pflegenden Frauen. Vielleicht könnte die Pflege zuhause auch ein neues Berufsbild werden, Österreich macht das vor.“ Auch die Wartezeiten bei der Einstufung fürs Pflegegeld des Landes müssten deutlich reduziert werden (wie die Landesregierung da eingreifen will, lesen Sie hier), sodass Familien nicht gezwungen seien, für die Pflege des Angehörigen in der Zwischenzeit auf privates Geld zurückzugreifen.

Ziel müsse es sein, dass Menschen mit Demenz weiter ein Leben in Würde in führen können – und nicht gesellschaftlich ausgeschlossen werden. „Das darf nicht passieren“, sagt Seitz. „Gerade nicht in einem reichen Land wie Südtirol.“

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