Gegenseitiges Einverständnis, Freiwilligkeit und kognitive Beeinträchtigungen

Wie bei jedem sexuellen Kontakt ist auch bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu klären, ob alle Beteiligten einwilligungsfähig sind.

Dies ist ebenso von der Akzeptanz und Offenheit sowie der Einschätzung durch Pflegekräfte abhängig. Hausordnungen der Pflegeeinrichtungen und die Haltung der An- und Zugehörigen beeinflussen den Umgang mit Sexualität. Eingeschränkte Gehirnleistungen können Beteiligte schutzlos machen. Daher bedarf es genauer Beobachtung verbaler und körpersprachlicher Ausdrucksformen, um den vermeintlichen
Willen zu erkennen.

 

Narben aus der Vergangenheit

Ungelebte sexuelle Bedürfnisse aus der Vergangenheit können im hohen Alter zu Wut, Eifersucht und Aggressionen gegenüber anderen im Hier und Jetzt führen. Und für manche tauchen verdrängte traumatische Erfahrungen und Verletzungen aus dem Langzeitgedächtnis wieder auf, wie zum Beispiel Abtreibung, Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch. Je weiter kognitive Beeinträchtigungen voranschreiten, desto eher kann es zu Tabubrüchen und Kontrollverlust kommen, sodass Wünsche und Bedürfnisse, aber auch Ängste frei geäußert werden. 

Die Umgebung ist gefordert, wenn Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sich auf Grund ihrer Erkrankungen in öffentlichen Bereichen entkleiden und Selbstbefriedigung in unpassender Umgebung ausüben. Auch das Aufsuchen fremder Zimmer und Betten, anzügliche Äußerungen, unerwünschte Berührungen anderer Menschen und übergriffiges sexuelles Verhalten erfordern professionelles Handeln.

 

Libidoverlust in der Paarbeziehung kann viele Ursachen haben

Für betreuende und pflegende Partner*innen treten Lust und Leidenschaft oft in den Hintergrund. Die Verantwortung für den Tagesablauf, vielfache Belastungen, eine Beziehung, in der körperliche Nähe keine Rolle mehr spielt, eigene Erkrankungen, die Schmerzen verursachen, aber auch Ekel, wenn Stuhl- und Harninkontinenz auftreten, können ursächlich sein. 

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