Welttag der Menschen mit Behinderung

Pressemitteilung

Barrieren brechen – Inklusion stärken

Im Rahmen des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3.12, fand bereits am Vortag, am 2.12. die erste gemeinsame Pressekonferenz des Bürgermeisters der Gemeinde Bozen, Claudio Corrarati und des von ihm beauftragten Referenten aus dem Ehrenamt für die Belange von Personen mit Beeinträchtigung, Ulrich Seitz, statt.

Die Zahl der in der Stadt Bozen lebenden Menschen mit einer Behinderung, das heißt mit einer dauerhaften erheblichen Einschränkung, steigt jedes Jahr (um ca. 10%).  Zum 31.12.2024 lebten in der Stadt Bozen fast 8000 Personen, davon 3300 unter 60 Jahre, und fast 1.000 Personen mit einer 100%igen Behinderung.

Der Fokus der Ausrichtungen für die laufende Amtszeit wird neben den Bemühungen für den Abbau der Architektonischen Barrieren, vor allem den Bereich Arbeitseingliederung betreffen.

Nun zu den großen Herausforderungen, die es anzugehen gilt: die Erwerbsbeteiligung der behinderten Menschen in Bozen im Alter von 18 bis 40 Jahren liegt derzeit mit einer Erwerbsquote von rund 52 Prozent im Jahr 2024 deutlich niedriger als bei der nicht-behinderten Bevölkerung. Die Arbeitsmarktentwicklung für diese Menschen wird dabei weniger durch die Konjunktur, sondern stärker durch rechtliche Rahmenbedingungen sowie die demografische Entwicklung beeinflusst. Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten grundsätzlich in allen Branchen. Häufig sind sie im Verarbeitenden Gewerbe oder in der Öffentlichen Verwaltung tätig.

Wo jedoch besonderer Handlungsbedarf besteht, ist bei arbeitslosen Menschen mit Behinderung, die gut qualifiziert sind. Laut Schätzungen von Seitz handelt es sich aktuell um ca. 300 Personen im Stadtgebiet von Bozen, die zumindest einen Abiturabschluss aufweisen oder sogar ein Universitätsstudium absolviert haben, aber leider noch nie über eine konkrete Arbeitserfahrung verfügen. Bürgermeister Corrarati und Ulrich Seitz wollen hier ansetzen. Denn neben den vielen Erwachsenen mit Ausbildung, die ein wertvolles Potenzial darstellen, stellt man noch immer Folgendes fest: obwohl ab einer bestimmten Größe Unternehmen Behinderte einstellen müssen, wird noch immer eine Scheu wahrgenommen, Anstellungen in die Wege zu leiten. Damit diesem Umstand Abhilfe geschaffen werden kann, werden nun in Bozen gezielte Treffen mit Beratungen in allen Stadtvierteln organisiert, um Interessierten entsprechende Informationen garantieren zu können. Vor allem der Austausch mit möglichen Arbeitgebern soll gefördert werden, um in erster Linie Zweifel bei der Einstellung von Menschen mit einem Handicap abzubauen. Zudem möchte man funktionierende Beispiele aus den verschiedenen Stadtteilen, die Vorzeigecharakter haben, präsentieren, die Firmen Mut geben sollen, neue Arbeitsplätze für die zitierte Kategorie zu schaffen.

Einige zusätzliche Themen, die im Rahmen des Internationalen Tages ebenso angesprochen werden sollten, und für Bozen wichtig sind, betreffen die Problematiken Armut und Betreuung von Behinderten im fortgeschrittenen Alter durch ihre betagten Eltern.

Die Armutsquote bei Menschen mit Behinderungen ist alarmierend. Mit rund 30 % sind Männer mit Behinderungen in Bozen doppelt so häufig von Armut betroffen wie Männer ohne Behinderungen (15%). Sie leben auch häufiger in Armut als Frauen mit Beeinträchtigungen.

Phänomen: Nach uns: Wir haben in der Gemeinde Bozen zahlreiche Fälle (rund 120 den Behörden bekannte Situationen), in denen wir sehen, dass Eltern über 75 Jahre, die selbst zu den gesundheitlichen Risikogruppen gehören, die Pflege und manchmal auch die Betreuung ihrer erwachsenen Kinder übernehmen müssen. Das ist eine inakzeptable Situation, für die wir gemeinsam mit den beteiligten Diensten und mit qualifizierten Freiwilligen eine Lösung finden müssen, so Bürgermeister Corrarati. Geplant ist diesbezüglich, dass der Beauftragte im Ehrenamt Ulrich Seitz der Stadtregierung Vorschläge für die Eindämmung der beschriebenen Schwierigkeiten unterbreitet, und zudem mehr über die Schicksale der genannten Personengruppen in Erfahrung bringt, um wirksame Unterstützungsmaßnahmen im Zusammenspiel mit der Öffentlichen Hand, unter Einbindung der Wirtschaftstreibenden, wo nötig, zu forcieren.

Ulrich Seitz wird über eine eigene Rufnummer für Härtefälle erreichbar sein.
Sie lautet 3451115217.

Nachfolgend einige Impressionen und Interviews des Tages

Weitere Interviews auf italienischer Sprache

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Am 19.03.2026

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Pressekonferenz

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