Sexualität und Demenz

Silver Sex
Sexualität verändert sich ein Leben lang und kann in jedem Alter zu Lebensfreude, als Energiequelle, zur Entspannung und zu Genuss und Wohlbefinden beitragen.

Die heute Hochaltrigen sind vielfach in einer Zeit aufgewachsen, in der die Lust im Verborgenen ausgelebt werden musste sowie kulturellen und religiösen Ge- und Verboten unterlag. Frauen wurden lange Zeit als sexuell bedürfnislose Wesen angesehen, dies hat sich erst durch die feministische Bewegung ab den 1970er Jahren geändert. Auch die weiblichen Lustorgane werden erst seit wenigen Jahren anatomisch korrekt dargestellt und benannt. 

Und obwohl heutige Generationen freier mit dem Thema umgehen, wird häufig davon ausgegangen, dass das sexuelle Verlangen im Alter abstirbt bzw. die Lustlosigkeit normal ist. Allerdings kann ein Libidoverlust in jedem Alter auf krankhafte Veränderungen hinweisen. Organische Erkrankungen, Medikamente, Stress und Partnerschaftsprobleme kommen als Ursache in Frage. Auch beim Gegenteil, der Hypersexualität als Störung der Impulskontrolle, können unterschiedliche Wirkstoffe, wie zum Beispiel ein Cholinesterasehemmer, wie er bei demenziellen Erkrankungen verschrieben wird, ursächlich beteiligt sein. Es ist davon auszugehen, dass die Babyboomer-Generation ihre Bedürfnisse nach Nähe und Berührungen durch eine freiere Sozialisation in Zusammenhang mit Sexualität selbstverständlicher und selbstbestimmter äußern wird können. Die LGBTQIA+ Community, Singlesein und Einsamkeit erfordern eine neue Achtsamkeit und Kompetenzerweiterung in der Wahrnehmung, Kommunikation und im Bewusstsein. 

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