Diagnose, bevor Symptome auftreten?

Die Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnose, noch bevor die Gehirnschädigung so weit fortgeschritten ist, dass erste Symptome wie Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten oder andere kognitive Beeinträchtigungen auftreten, werden laufend mehr.

Die Möglichkeiten einer frühzeitigen Diagnose, noch bevor die Gehirnschädigung soweit fortgeschritten ist, dass erste Symptome wie Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten oder andere kognitive Beeinträchtigungen auftreten, werden laufend mehr.

Das Institut eHealth der FH Joanneum Graz arbeitet derzeit an der Entwicklung einer App, die das jeweilige Demenzrisiko ermittelt und zu Lebensstiländerungen anregen soll.

Bluttests, die auf Biomarkern basieren, sollen ebenfalls frühzeitig und kostengünstig das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen besser abschätzen können. Biomarker sind biologische Moleküle und Zellen, die auf Veränderungen im Körper hinweisen und bei Speichel-, Urin-, Gewebs- oder Blutproben zum Einsatz kommen. Auch in der Bildgebung werden spezifische Biomarker eingesetzt. Dies kann wie bei einem Schwangerschaftstest zu schnellen Ergebnissen führen. Im Bereich kognitiver Störungen können Biomarker die Entwicklung neuer Wirkstoffe unterstützen sowie deren Wirksamkeit überprüfen. Auch für den Krankheitsverlauf liefern Biomarker aus Bluttests wichtige Parameter.

Da es mit Hilfe von Biomarkern derzeit noch nicht möglich ist, eine absolute Voraussage im Demenzbereich zu tätigen, bleiben die Liquoranalyse, für die Nervenwasser im Rückenmark entnommen wird und die PET-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomografie) der sicherste, aber auch kostenaufwendigste und für Betroffene oft mit Schmerzen/Risiko verbundene Weg.

Auch für Menschen, die bereits mit Gedächtnisproblemen leben, ist es von Vorteil, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Die diesjährige Kampagne zum Welt-Alzheimer-Tag von Alzheimer’s Disease International lautet: #never too early #never too late #reduce risk now.

Es ist nie zu früh und es ist nie zu spät, kognitiven Abbau zu mindern bzw. eingeschränkten Gehirnfunktionen vorzubeugen und die Psyche und den Körper zu stärken.

 

WHO definiert 12 potenziell modifizierbare Risikofaktoren, die für 40% der Demenzfälle weltweit verantwortlich sind:

Risikofaktoren: 1. Bildungsferne 2. Bluthochdruck 3. Hörbeeinträchtigungen 4. Rauchen 5. Übergewicht 6. Depressionen 7. Bewegungsarmut 8. Diabetes 9. Geringe soziale Kontakte 10. Übermäßiger Alkoholkonsum 11. Hirnverletzungen 12. Luftverschmutzung

„Angesichts der prognostizierten weltweiten demografischen Alterung und des Fehlens einer Heilung oder einer allgemein akzeptierten krankheitsmodifizierenden Behandlung für Demenz ist es wichtig, das individuelle und das Bevölkerungsrisiko für Demenz zu verringern. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Änderung des Lebensstils und anderer Risikofaktoren den kognitiven Abbau verlangsamen und den Ausbruch von Demenz verzögern oder ganz verhindern kann.

Neben den bereits ermittelten Risikofaktoren werden weitere untersucht, die sich als wichtige Ansatzpunkte für die Verringerung des Demenzrisikos erweisen könnten, wie die Einnahme bestimmter Medikamente, unzureichender Schlaf und Infektionen.“

 A Blueprint For Dementia Research, S.46

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(22.7.1932 München – 24.12.2023 Jasper/Oregon)

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