„Bei Alzheimer ist die ganze Familie betroffen“

Bozen / 10.000 Südtiroler sind derzeit an einer Demenz erkrankt, jährlich kommen 1000 Neuerkrankungen hinzu –  aufgrund der demografischen Entwicklung ist die Tendenz steigend. Und schon jetzt scheint das Gesundheitswesen überfordert – auf einen Termin für die Diagnostik wartet man ein Jahr. „Das Thema Demenz ist viel größer, als es momentan gesehen wird“, warnt Dr. Günther Donà von der Südtiroler Alzheimer Vereinigung ASAA.

Das Thema müsse in die Mitte der Gesellschaft geholt, das Stigma aufgebaut werden, findet ASAA-Vorstandsmitglied Dr. Günther Donà. „Alzheimer ist eine Krankheit wie alle anderen auch, nur dass bei dieser die gesamte Familie mitbetroffen ist“, sagte der Ex-Primar der Geriatrie im Bozner Spital. Denn die Pflege dementer Angehöriger stelle die Familie vor große Herausforderungen, „dazu brauchen sie die Hilfe der Gesellschaft“, mahnte Dr. Donà. Bislang gehe die Gesellschaft dem Problem aber lieber aus dem Weg. Immer noch würden demente Menschen eingesperrt und versteckt und die Tragweite der – insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung zu erwartenden – Problematik nicht erkannt