Unsere psychologischen Berater, Dr. Alice Panicciari und Dr. Michele Piccolin, haben uns einen informativen Text für die Phase 2 zur Verfügung gestellt

Die Kampagne #wirgemeinsam:
Langsam zurück zur Nomalität

Die Sicherheitsbestimmungen, die die Regierung in der Zeit des nationalen Notstands erlassen hat, um die Ansteckungszahlen zum Schutz der Bevölkerung zu reduzieren, waren wichtig und notwendig. Allerdings haben die streng auf die wichtigsten Fälle reduzierten Ausgangsbeschränkungen unvermeidlich einige empfindliche Kategorien wie die Senioren ganz besonders isoliert.

Während der Covid-19-Sperre waren die Senioren und ihre Betreuer/innen gezwungen, mit einigen kritischen Situationen fertig zu werden: So war es schwierig, Hilfe von Vertrauenspersonen oder Pflegekräften zu bekommen, um den Senioren eine gewisse Autonomie zu garantieren, aber auch Angehörige konnten ihren Eltern kaum Hilfe zukommen lassen und sie nicht einmal besuchen. Das hat bei vielen Senioren zu einem ausgeprägten Gefühl der Einsamkeit und des Verlassenseins geführt, was wiederum Sorgen und Ängste anwachsen ließ.

Die Phase 2 bringt nun verschiedene Änderungen mit sich, die das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität beeinträchtigen können, wenn sie nicht rasch und sorgfältig angegangen werden. Deshalb ist es wichtig, die älteren Menschen und ihre Angehörigen in dieser Phase der schrittweisen Öffnung zu unterstützen und sie bei der fortschreitenden Wiederaufnahme zu begleiten, um Befürchtungen und Ängste abzubauen.

Ältere Menschen sollten sich auf positive Themen konzentrieren können, die nicht mit den unangenehmen Ereignissen um den Virus zusammenhängen (wie die Zunahme der Ansteckungen, der Todesopfer usw.) und dabei unterstützt werden, zur alltäglichen Routine und zu den Interessen zurück zu finden, denen sie noch nachgehen können. Außerdem ist es von grundlegender Bedeutung, ihnen zu helfen, korrekte Verhaltensweisen zum Schutz der eigenen Gesundheit einzuhalten.

Zudem kann es nützlich sein, die Senioren zu Tätigkeiten anzuregen, die ihnen sonst immer mehr abhanden kämen; dazu ist ihnen entsprechende Zeit zu widmen, damit sie sich selbst nützlich und wichtig fühlen können.

Auch das Thema der Trauer und des Lebensendes verdient einen Hinweis, ein Anliegen, das die Senioren oft äußern und das gerade in dieser Zeit der Unsicherheit und Instabilität wieder auftauchen könnte. Ältere Menschen haben nämlich das Bedürfnis, von ihrer eigenen Auffassung vom Leben und seinem Ende zu sprechen, um dessen Ablauf aufzuarbeiten und den früheren oder vor kurzem erlebten Verlusten eine Bedeutung zu verleihen. Angehörigen kann es Schwierigkeiten bereiten, solche Themen mit den eigenen Lieben anzugehen, aber eine offene, dialogbereite, aufgeschlossene Haltung des Zuhörens kann ihnen dabei behilflich sein.

Aufgrund dieser Überlegungen hat die Vereinigung Alzheimer Südtirol Alto Adige ASAA, die seit jeher die Belange der kranken Senioren und ihrer pflegenden Angehörigen vertritt, die Kampagne #wir gemeinsam ins Leben gerufen, um den bedürftigen Senioren und ihren Betreuer/innen Dienste anzubieten, die eigens für sie konzipiert und bewährten Experten anvertraut wurden, und um ihnen ihr Lächeln zurückzugeben.

Informationen und Vormerkungen bei ASAA unter die grüne Nummer 800 660 561

#wirgemeinsam – Verzeichnis der ASAA-Dienste in der Phase2 (zum herunterladen)

Tätigkeiten auf Distanz für Personen, die nicht in den ASAA-Hauptsitz kommen können

  • Psychologische Beratung auf Distanz, per Telefon, WhatsApp Videoanruf oder Skype für Caregiver oder Senioren
  • Kognitive Stimulation zu Hause anhand der Plattform Tandem (Paket von 10 Sitzungen), gemeinsam mit dem eigenen Caregiver bei ständigem Monitoring durch einen Psychologen auf Distanz zu absolvieren

Tätigkeiten am ASAA-Hauptsitz

  • Unterstützende psychologische Beratung für Senioren und Caregiver zur Einhaltung der Covid-19 Sicherheitsvorkehrungen (Handhygiene, Raumpflege, Lüftung, individuelle Sicherheitsmaßnahmen)
  • Erstes kognitives Screening
  • Kognitive Stimulation für ältere Menschen mit einer Demenz generierenden Pathologie/ kognitive Potenzierung für Senioren

Behandelte Problemfälle

  • Einsamkeit und Isolation bei Senioren
  • Caregiver bei der Pflege kranker Personen
  • Senioren/Angehörige, die in der Covid-19-Periode einen Todesfall betrauern
  • Senioren und Caregiver, die Ängste, Panikzustände oder angestauten Stress erleben
  • Senioren, die beginnende Denkleistungsstörungen zeigen und ein erstes Screening brauchen
  • Senioren, die sich ein Training der Potenzierung/kognitiven Stimulation wünschen, um ihre kognitiven Funktionen aufrecht zu erhalten