Beeindruckende Solidarität: Südtiroler Prom inente engagieren sich für die Alzheimervere inigung Südtirol

Reden wir endlich darüber und verstecken uns nicht

ist der Slogan von Seitz und Moroder sowie des gesamten Vorstandes der Alzheimervereinigung Südtirols ASAA,

Wir arbeiten gerade in diesen ersten Monaten des Jahres auf allen Fronten: so ist der Kurs für pflegende Angehörige angelaufen, bei dem Mann und Frau unverbindlich jederzeit in den nächsten Wochen noch einsteigen kann, und sich bei info@asaa.it, genaue Informationen über die unterschiedlichen wichtigen Themen des Alltags mit Menschen, die an chronischer Vergesslichkeit und Auffälligkeitsstörungen leiden,  einholen kann. Der Austausch mit anderen Pflegenden ist gerade bei einer so komplexen Erkrankung wie Demenz, von ganz großer Bedeutung. Die Resonanz der Teilnehmer zeigt das und in diesem Sinne ist für die Vereinigung dieser Weg der Aufklärung und Beratung unverzichtbar.

Es wird immer unverzichtbarer das Thema Demenz anzusprechen, auch um eine Lobby der Patienten und deren Familien in unserem Lande zu fördern. Beunruhigend ist, so ASAA Präsident Seitz, dass immer weniger Mittel in der Forschung und Wissenschaft für die Ursachen- bzw. Behandlung der Symptome von Alzheimer von den großen Pharmakonzernen investiert werden, und Familien sich auch sonst immer öfters alleingelassen fühlen, da die Wartzeiten für Abklärungen klinischer Natur, aufgrund des erheblichen Ressourcenmangels im öffentlichen Gesundheitswesen immer länger werden.

Hintergrund: Alfred Monsorno:

Unvergessliche Momente erleben, gemeinsame Ziele erreichen: im Herbst 2019 jährt sich mein erster Lauf beim New York City Marathon zum 40. Mal. Am 21. Oktober 1979 lief ich als erster Südtiroler den wohl bekanntesten Marathon der Welt am Big Apple. Erinnerungen, welche mich heute noch bewegen. Im Jahr 2019, genau 40 Jahre danach, gehe ich das Projekt nun nochmal an – doch dieses Mal etwas anders. Und zwar laufe ich mit meinen Söhnen Thomas (33) und Benjamin( 3o) zum ersten Mal gemeinsam die 42,195 km durch alle fünf Stadtteile von New York. Der langersehnte Traum, zusammen mit meinen  Kindern den NYC Marathon zu laufen, ist mit 67 Jahren zum Greifen nah.

Doch ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um auf all jene Menschen in Südtirol hinzuweisen, die aufgrund ihrer Alzheimer-Erkrankung entweder keinen Marathon mehr laufen können oder bereits die Erinnerungen an ebensolche persönliche Momente verloren haben. Diese Menschen werden mein Ansporn und meine Motivation in den zahlreichen Vorbereitungsläufen und bei den finalen 40.000 Schritten in New York sein.

Das Charity Projekt Run For Alzheimer Südtirol widme ich daher der Alzheimer Vereinigung Südtirol ASAA .

Mögliche Projektpartner: Unternehmen, Institutionen, Vereine, Freunde und Bekannte, die einen Betrag für jeden gelaufenen Marathon-Kilometer spenden möchten (42,195 km )

                               WE RUN – WE HELP- WE GIVE !!

Mindestspende pro Kilometer für Partner / Friends: € 10 = €420 für 42,195 km. mit Foto

Vor Kurzem fand im Rahmen der Latscher Gesundheitstage, die bereits in der gleichnamigen Vinschger Gemeinde Tradition haben, auf Einladung der SVP Frauen und der Ortsbäuerinnen ein Impulsreferat mit  Hintergrundinformationen rund um die Demenz, statt.  Referenten waren dabei Ulrich Seitz, Präsident derAlzheimervereinigung Südtirol und Vorstandsmitglied  Helga Koler sowie Robert Peer, der neue Ansprechpartner der Vinschgauer Selbsthilfegrupppe im Verein.

„Mit der Demenz eines Partners, Verwandten oder Freundes ändert sich die Lebenssituation vieler Menschen. Es braucht Rat, Wegweiser durch vorhandene Angebote und Aufgenommen werden von anderen“, betonte Präsident Ulrich

Seitz. Sonja Platzer, die Organisatorin des Abends fügte auch hinzu: „je früher die Situation erkannt wird und Informationen eingeholt werden, desto besser geht es den Betroffenen und den Angehörigen.“ Das zahlreich anwesende Publikum erhielt  bei der angesprochenen Veranstaltung Informationen zu den Alarmsignalen der neurodegenerativen Krankheitsbilder und zu den aktuellen Betreuungsmöglichkeiten. Es wurde betont, dass die Demenz – inzwischen spricht man oftmals von „Hirnleistungsstörung“ oder „kognitiver Beeinträchtigung“- in verschiedenen Formen auftreten kann. Die häufigsten sind Alzheimer (50-80%, dabei werden Neuronen im Gehirn durch Ablagerungen unfähig, miteinander zu kommunizieren) und vaskuläre oder Multi-Infarkt-Demenz (20 %, dabei verursachen Durchblutungsstörungen durch kleine Schlaganfälle undurchlässige, also blockierte Zonen im Gehirn). Zudem können auch Mischformen auftreten (15 %). Beide Formen beginnen schleichend. Alarmsignale sind: abnehmende Merkfähigkeit, zunehmende Vergesslichkeit; Schwierigkeiten bei alltäglichen, auch gewohnten, Verrichtungen; ständige Wiederholungen; Probleme beim Umgang mit Geld; räumliche und zeitliche Desorientierung; Verlegen von Gegenständen und Verdächtigungen anderer; Rückzug und Vernachlässigung der eigenen Person. In späteren Phasen treten oft Depressionen, Stimmungsschwankungen, Sprachstörungen, Aggressivität, Inkontinenz, völliges Unvermögen von Denken und Planen auf (die Abfolge ist variabel), und die Krankheit entwickelt sich bis zur totalen Hilflosigkeit der Betroffenen weiter. Was das für die Kranken selbst bedeutet, kann man nur abschätzen. Ulrich Seitz informierte des Weiteren über den neu angelaufenen Psychologischen Beratungsdienst für Angehörige, um ihnen den schwierigen Weg der Pflege chronisch Kranker zu erleichtern bzw. um angemessene Verhaltensstrategien für den Umgang und die Verbesserung der Kommunikation im Sinne der Validationstherapie zu vermitteln. Zum Abschluss des Abends wurde noch ein ganz spezieller „Parcours“ vorgestellt. Es ist „Hands-on Dementia“, welcher in interaktiver Art und Weise die Symptome einer Demenz simuliert. Der innovative Simulator führt in einer beeindruckenden Art und Weise durch einen ganz gewöhnlichen Tag in insgesamt 13 alltäglichen Situationen. Vom Anziehen bis zum Abendessen können Personen, die nicht an Demenz erkrankt sind, erleben, wie sich die Symptome der chronischen Vergesslichkeit mit zusätzlichen Problemen anfühlen. Dabei konnten auch die Teilnehmenden in Latsch ihre eigenen Grenzen erfahren, Unbehagen empfinden und das eigene Unvermögen wahrnehmen. Dieses neue Sensibilisierungsangebot der Alzheimervereinigung Südtirol hilft, das Verhalten und die Gefühle des Anderen, besser zu verstehen, so Ulrich Seitz. 

Mehr Informationen für Betroffene und Interessierte, auch was Vorträge, Gesprächsrunden, Infomaterialien, Kurse, persönliche Beratung und Therapien angeht, gibt es über 0471/051 951 (MO-MI-FR, 17-19 Uhr), täglich an der Grünen Nummer 800 660 561 oder auch über die Homepage www.alzheimer.bz.it, E-Mail info@asaa.it.

Im Bild: Veranstaltungsgast Richard Theiner (ehemaliger Landesrat für Gesundheit und Soziales aus Latasch), die Organisatorin der Latscher Gesundheitstage, Vizebürgermeisterin Sonja Platzer sowie der  Referent der  Alzheimervereinigung, Präsident Ulrich Seitz

Psychologischer Beratungsdienst für Angehörige

Eine Wegbegleitung für Betreuer/innen bei ihrer Krankenpflege

ZIEL

Den Angehörigen Demenzkranker in den verschiedenen Phasen der Krankheit beizustehen, sie zu unterstützen und besser anzuleiten.

UNSERE SERVICEANGEBOTE

  • PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG FÜR CAREGIVER, um ihnen den schwierigen Weg der Pflege chronisch Kranker zu erleichtern.
  • PSYCHOLOGISCHE FORTBILDUNG UND BERATUNG, um angemessene Verhaltensstrategien für den Umgang und die Verbesserung der Kommunikation im Sinne der Validationstherapie zu vermitteln.
  • INFORMATION UND BERATUNG, um Angehörige auf die für ihre Bedürfnisse geeignetsten Dienste hinzuweisen.

Wir stützen uns auf ausgebildete deutsche und italienische Psychologen, die in das Berufsverzeichnis eingetragen sind.

ASAA ist seit 1999 im ganzen Land aktiv und setzt sich dafür ein, Bezugspunkt und Vermittlungsstelle für all jene zu sein, die von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Hauptanliegen sind dabei Information, Sensibilisierung, Betreuung und ständige Weiterbildung der Angehörigen.

Kontakt für Infos und Gesprächstermine: Grüne Nummer 800 660 561






(von links nach rechts) Anna Fink und Alexandra Kaiser

Südtirol hat die ersten beiden Validationslehrerinnen für die Betreuung von desorientierten Menschen.

Sie kommen aus Villnöß. Es handelt sich hierbei um Anna Fink und Alexandra Kaiser, die seit geraumer Zeit in engagierter Art und Weise die Selbsthilfegruppe Klausen in der Alzheimervereinigung Südtirol leiten. Weltweit gibt es nur 420 Ausgebildete auf dem Gebiet, Österreich das eine lange Tradition in der Ausbildung von Personen, die sich mit Betroffenen und Angehörigen in diesem Bereich auseinandersetzen, aufweist, hat deren 90. Und neuerdings kommen 2 Südtirolerinnen dazu, die berufsmäßig im Seniorenwohnheim Villnöß tätig sind und eben im Ehrenamt Familienangehörige von Menschen, die an Demenz leiden, Alltagstipps geben

 

Validation bedeutet betagte, desorientierte Menschen zu respektieren und ihre Weisheit anzuerkennen. Sie ist eine Kommunikationsmethode, die einen besseren und Wert schätzenden Umgang in der Pflege und Betreuung fördert, und das ist uns wichtig, betonten Anna Fink und Alexandra Kaiser. 

Angehörige und Pflegepersonen erlernen neben einer einfühlsamen, urteilsfreien Grundhaltung sprachliche und nicht-sprachliche Validationstechniken. Diese sind bei Menschen mit spät einsetzender Alzheimer-Demenz sinnvoll.  Die Validation nach ihrer Erfinderin der Deutsch-Amerikanerin Naomi Feil wurde für alte Menschen ab etwa 80 Jahren mit spät einsetzender Alzheimer-Demenz entwickelt. Für diese Personen ist Validation besonders sinnvoll, da es dabei häufig auch um eine Aufarbeitung von Lebensereignissen geht. Wenn eine alte, demente Person plötzlich die verstorbene Mutter zu sehen glaubt, kann das nicht nur eine Auswirkung der Alzheimer-Demenz sein, sondern auch ein Hinweis darauf, dass der Verlust der Mutter noch nicht vollständig aufgearbeitet wurde. Besonders Menschen, die während ihrem aktiven Leben keine wirksamen Strategien erlernt haben, um mit Verlusten – z.B. von geliebten Menschen oder der Gesundheit ihres Körpers – umzugehen, profitieren später von Validation.

Wie in ganz Südtirol berichten Angehörige, auch aus dem Gesundheitsbezirk Brixen oft mangelnde Akzeptanz durch Vertreter der Gesundheits-und Sozialberufe und fehlende Wertschätzung als Hauptbetreuer.

1.

Angehörige benötigen Information:

Informationen, in ganz besonderer Weise:

-über Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten

-über praktische Maßnahmen in belastenden Alltagssituationen

-über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten

-über Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflegearbeit

-über Entlastungsmöglichkeiten.

Die Politik und die Verwaltung benötigen Daten zur besseren Programmierung von Maßnahmen und zur Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für pflegende und betreuende Angehörige: Als Selbsthilfevereinigung fragen wir uns: warum wird das umfangreiche Wissen zum Thema nicht besser genutzt?

2.

Die aktuelle Datenlage in Südtirol ist sehr lückenhaft. Es bedarf neben eines Landes-Demenzplanes, vor allem:

-ein dringend zu realisierendes Demenzregister (wer wird wo und wie betreut?)

-ebenso einer bessere Kenntnis der Anzahl betreuender Angehöriger;

-es gibt keine aussagekräftige Dokumentation zu den Bedürfnissen betreuender Angehöriger

-es fehlen klare Angaben zu den Örtlichkeiten, wo Betreuung erbracht wird

-es fehlt eine umfassende Kenntnis der Thematik rund um private, ausländische Betreuungskräfte

3.

Ein weiterer Bereich betrifft die Verfügbarkeit von Entlastungsangeboten:

-hier sticht die Eintönigkeit der Angebote hervor, die fehlende Phantasie bei der bedürfnisgerechten Verwirklichung von Initiativen, die mangelnde Flexibilität in der Durchlässigkeit unterschiedlicher Angebote;

-gefordert ist Kreativität bei der Konzeption der Angebote;

-Flexibilität und Kurzfristigkeit in der zeitlichen Verfügbarkeit, durch bessere  Vernetzung der bestehenden Angebote ;es braucht abgestufte Versorgungssysteme, und zwar konkret einen Ausbau von ambulanten und teilstationären Diensten;

-finanzielle Erschwinglichkeit für alle, durch ausreichende Unterstützung;

-Entwicklung und Anwendung von Qualitätsstandards für die Betreuung zuhause und bei den Entlastungsangeboten.

bzw. kontinuierlich informieren. Vor wenigen Tagen konnten die Beiden ihr Diplom nach intensiver Zusatzausbildung in Linz/Österreich entgegennehmen.

ASAA Präsident Ulrich Seitz ist mächtig stolz auf den Erfolg in der Selbsthilfegruppe Klausen. Das ist ein massiver Qualitätssprung für unsere gesamte Selbsthilfe im Lande, so Seitz.  Gerade im Eisacktal bin ich über jede Intervention von Freiwilligen erleichtert, da wir viele Reklamationen über unsere Grüne Nummer 800660561, betreffend die fehlenden Leistungen in der Geriatrie oder auch in der Neurologie in den  Krankenhäusern des Einzugsgebietes erhalten, sagt Seitz.

Wir planen nun neue konkrete Angebote und wenn nötig auch Hausbesuche. Das große Fachwissen unserer Kolleginnen hat sich bereits bei einer Fachtagung der Fachhochschule „UMIT“ in Hall vor wenigen Wochen abgezeichnet, bei der die Delegation des ASAA Vorstandes, mit hochkarätigen Exponenten in der Demenzbetreuung und Selbsthilfe, wie Frau Monika Kripp von Alzheimer Austria zusammengetroffen ist und einen gemeinsamen internationalen Fortbildungstag besuchte. Auch hier waren Anna Fink und Alexandra Kaiser in vorderster Front mit dabei.

Vielen Danke für die umfangreiche Berichterstattung

https://www.stol.it/Artikel/Panorama-im-Ueberblick/Portraet/Sascha-Wussow-Die-Demenz-meines-Vaters-war-ein-Schock