Sehr geehrte Damen und Herren,

die Corona Pandemie fällt schwer ins Gewicht. Die Verunsicherung ist bei vielen Familien besonders groß, auch weil seit Monaten wichtige Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich nicht mehr zugänglich sind, und viele Aktivitäten eingeschränkt oder sogar eingestellt wurden.
Nichtsdestotrotz laufen die Arbeiten in der Mitgliederbetreuung sowie bei den pflegenden Angehörigen bei der Alzheimervereinigung Südtirol ASAA auf Hochtouren.
So wurden unlängst viele ursprünglich als Präsenzveranstaltungen angedachte Angebote kurzfristig als Online-Events aufbereitet und stehen nun den Interessierten kostenlos zur Verfügung. Konkret werden neben den Beratungen über die Kampagne  „#Wir gemeinsam – langsam zurück in die Normalität“ mit den Psychologen Michele Piccolin und Alice Panicciari (Anmeldungen über Grüne Nummer 800660561), nun erstmals Begegnungen mit den beiden diplomierten Validationslehrerinnen Anna Fink und Alexandra Kaiser, die schon jahrelange Erfahrung mit Demenzkranken aufweisen, ins Programm genommen. Validation mag zwar abstrakt klingen, ist aber mit einem einfachen Konzept verbunden: Im Vordergrund steht die echte und tiefe Wertschätzung des Erkrankten, indem seine Gefühle und Gemütszustände nicht als Hirngespinste, sondern als Realität wahrgenommen werden. Gemäß dem Validationsprinzip gilt es den Wunsch nun zu akzeptieren anstatt sich gegen ihn aufzulehnen. Wichtig ist es, die Gefühlslage nicht ins Lächerliche zu ziehen. Der Betroffene mag zwar in seiner eigenen Welt leben, seine Gefühle jedoch sind real. In der Theorie klingt Validation zwar simpel, in der Praxis sieht dies aber leider anders aus. Fällt es dem Angehörigen schwer, die Emotionen des Patienten zu akzeptieren, braucht es die Unterstützung eines erfahrenen Pflegeberaters. Eine professionelle Aufklärung über Demenz und wertvolle praktische Tipps zum richtigen Umgang mit Betroffenen sind für einen liebevollen Umgang unerlässlich.
Die ersten Termine für diesen wertvollen Austausch sind für den 23.2.2021 und den 4.3.2021, jeweils von 18 Uhr bis 20 Uhr geplant.
Einschreibungen sind ab sofort über info@asaa.it möglich. Sie erhalten dann zeitnah den entsprechenden Zoom-Link um einfach und sicher bei diesen wichtigen Treffen dabei sein zu können.

Ältere, kranke Menschen sollten sich besonders jetzt auf positive Themen konzentrieren können, die nicht mit den unangenehmen Ereignissen um den Virus zusammenhängen (wie die Zunahme der Ansteckungen, der Todesopfer usw.) und dabei unterstützt werden, zur alltäglichen Routine und zu den Interessen  zurück zu finden, denen sie noch nachgehen können. Außerdem ist es von grundlegender Bedeutung, ihnen zu helfen, korrekte Verhaltensweisen zum Schutz der eigenen Gesundheit einzuhalten. Davon ist man in der Alzheimervereinigung überzeugt.
Zudem kann es nützlich sein, die Senioren zu Tätigkeiten anzuregen, die ihnen sonst immer mehr abhanden kämen; dazu ist ihnen entsprechende Zeit zu widmen, damit sie sich selbst nützlich und wichtig fühlen können.
Auch das Thema der Trauer und des Lebensendes verdient einen Hinweis: ein Anliegen, das die Senioren oft im Gespräch mit uns äußern in dieser Zeit der Unsicherheit sowie Instabilität, betont Seitz.
Ältere Menschen haben nämlich das Bedürfnis, von ihrer eigenen Auffassung vom Leben und seinem Ende zu sprechen, um dessen Ablauf aufzuarbeiten und den früheren oder vor Kurzem erlebten  Verlusten eine Bedeutung zu verleihen. Angehörigen kann es Schwierigkeiten bereiten, solche Themen mit den eigenen Lieben anzugehen, aber eine offene, dialogbereite, aufgeschlossene Haltung des Zuhörens kann ihnen dabei behilflich sein.
Weitere fixe Bestandteile der Sensibilisierung sind die regelmäßigen Fallbesprechungen mit praktischen Hilfestellung. Eine Unterstützung ist hierbei unter anderem die fix etablierte „Sentemente-Gruppe“, immer mittwochs um 17 Uhr mit Expertin Anna Gaburri. Von großer Bedeutung ist des Weiteren, das „Screening“ von Menschen, die an Verhaltensstörungen leiden, und mit welchem ein spezifischer „Support“ für den familiären Kontext aufgezeigt wird. Auch hier ist der Zugang unkompliziert und zeitnah, da die Vereinigung auf die zeitlichen Bedürfnisse Hilfesuchender eingehen kann.
Auch hierfür gilt die Vormerkung über info@asaa.it

Die Stärkung der Lebensqualität zuhause ist und bleibt der Schwerpunkt unserer Bemühungen, erinnern die Vorstandsvorsitzenden Ulrich Seitz und Edith Moroder. So freut man sich bei ASAA über die bevorstehende 4. Auflage des Befähigungskurses für begleitenden Aktivitäten zugunsten Demenzkranker ab 16.4.2021 in Bozen, der an pflegende Angehörige und ausländische Hilfskräfte gerichtet ist. Hierbei wird zum wiederholten Male in Bozen in 60 spannenden Unterrichtsstunden sehr vieles gelehrt, was man im Umgang mit Alzheimerpatienten wissen sollte. Erstmals wird heuer im Frühjahr (Ende März Beginn) eine solche Fortbildung auch in Meran garantiert.
Einschreibungen für beide Kurse sei es in Bozen und Meran  sind ab sofort unter info@asaa.it möglich.

Schließlich stehen noch 2 spannende Online-Konferenzen an, welche die Alzheimervereinigung Südtirol ASAA mit der „Arche im KVW“ konzipiert hat. Am 9.2.2021 in deutscher Sprache und am 9.3.2021 in italienischer Sprache werden jeweils um 17 Uhr wertvolle Tipps zum sicheren Wohnen mit Demenz und worauf im Generationengerechten Wohnen zu achten ist, erteilt.
Einschreibungen sind ab sofort über info@asaa.it möglich. Sie erhalten dann zeitnah den entsprechenden Zoom-Link um einfach und sicher bei diesen wichtigen Treffen dabei sein zu können.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich jederzeit über die Grüne Nummer 800660561 im Hinblick auf die unterschiedlichen Veranstaltungen und Hilfsleistungen, die den rund 13.000 Betroffenen im Lande zugutekommen sollen, zu informieren.

 

Viele, liebe Grüße

Ulrich Seitz
Präsident

 

Danke für den schönen Artikel in der Tageszeitung Dolomiten vom 27.01.2021

Die Verunsicherung ist bei vielen Familien besonders groß, auch weil seit Monaten wichtige Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich nicht mehr zugänglich sind, und viele Aktivitäten eingeschränkt oder sogar eingestellt wurden.

Nichtsdestotrotz laufen die Arbeiten in der Mitgliederbetreuung sowie bei den pflegenden Angehörigen bei ASAA in diesen Wochen auf Hochtouren, berichtet Präsident Ulrich Seitz.

So wurden unlängst viele ursprünglich als Präsenzveranstaltungen angedachte Angebote kurzfristig als Online-Events aufbereitet und stehen nun den Interessierten kostenlos zur Verfügung. Konkret wurden neben den Beratungen über die Kampagne  „#Wir gemeinsam – langsam zurück in die Normalität“ mit den Psychologen Michele Piccolin und Alice Panicciari, nun erstmals Begegnungen mit den beiden diplomierten Validationslehrerinnen Anna Fink und Alexandra Kaiser, die schon jahrelange Erfahrung mit Demenzkranken aufweisen, ins Programm genommen. Ulrich Seitz erinnert diesbezüglich an Folgendes: Validation mag zwar abstrakt klingen, ist aber mit einem einfachen Konzept verbunden: Im Vordergrund steht die echte und tiefe Wertschätzung des Erkrankten, indem seine Gefühle und Gemütszustände nicht als Hirngespinste, sondern als Realität wahrgenommen werden. Gemäß dem Validationsprinzip gilt es den Wunsch nun zu akzeptieren anstatt sich gegen ihn aufzulehnen. Wichtig ist es, die Gefühlslage nicht ins Lächerliche zu ziehen. Der Betroffene mag zwar in seiner eigenen Welt leben, seine Gefühle jedoch sind real. In der Theorie klingt Validation zwar simpel, in der Praxis sieht dies aber leider anders aus. Fällt es dem Angehörigen schwer, die Emotionen des Patienten zu akzeptieren, braucht es die Unterstützung eines erfahrenen Pflegeberaters. Eine professionelle Aufklärung über Demenz und wertvolle praktische Tipps zum richtigen Umgang mit Betroffenen sind für einen liebevollen Umgang unerlässlich. Die ersten Termine für diesen wertvollen Austausch sind für den 23.2 und den 4.3, jeweils von 18 Uhr bis 20 Uhr geplant.

Ältere, kranke Menschen sollten sich besonders jetzt auf positive Themen konzentrieren können, die nicht mit den unangenehmen Ereignissen um den Virus zusammenhängen (wie die Zunahme der Ansteckungen, der Todesopfer usw.) und dabei unterstützt werden, zur alltäglichen Routine und zu den Interessen  zurück zu finden, denen sie noch nachgehen können. Außerdem ist es von grundlegender Bedeutung, ihnen zu helfen, korrekte Verhaltensweisen zum Schutz der eigenen Gesundheit einzuhalten. Davon ist man in der Alzheimervereinigung überzeugt.

Zudem kann es nützlich sein, die Senioren zu Tätigkeiten anzuregen, die ihnen sonst immer mehr abhanden kämen; dazu ist ihnen entsprechende Zeit zu widmen, damit sie sich selbst nützlich und wichtig fühlen können. 

Auch das Thema der Trauer und des Lebensendes verdient einen Hinweis: ein Anliegen, das die Senioren oft im Gespräch mit uns äußern in dieser Zeit der Unsicherheit sowie Instabilität, betont Seitz.

Ältere Menschen haben nämlich das Bedürfnis, von ihrer eigenen Auffassung vom Leben und seinem Ende zu sprechen, um dessen Ablauf aufzuarbeiten und den früheren oder vor Kurzem erlebten  Verlusten eine Bedeutung zu verleihen. Angehörigen kann es Schwierigkeiten bereiten, solche Themen mit den eigenen Lieben anzugehen, aber eine offene, dialogbereite, aufgeschlossene Haltung des Zuhörens kann ihnen dabei behilflich sein.

Weitere fixe Bestandteile der Sensibilisierung sind die regelmäßigen Fallbesprechungen mit praktischen Hilfestellung. Eine Unterstützung ist hierbei unter anderem die fix etablierte „Sentemente-Gruppe“, immer mittwochs um 17 Uhr mit der Krankenpflegerin Anna Gaburri. Von großer Bedeutung ist des Weiteren, das „Screening“ von Menschen, die an Verhaltensstörungen leiden, und mit welchem ein spezifischer „Support“ für den familiären Kontext aufgezeigt wird. Auch hier ist der Zugang unkompliziert und zeitnah, da die Vereinigung auf die zeitlichen Bedürfnisse Hilfesuchender eingehen kann.

Die Stärkung der Lebensqualität zuhause ist und bleibt der Schwerpunkt unserer Bemühungen, erinnern die Vorstandsvorsitzenden Ulrich Seitz und Edith Moroder. So freut man sich bei ASAA über die bevorstehende 4. Auflage des Befähigungskurses für begleitenden Aktivitäten zugunsten Demenzkranker ab Ende Februar in Bozen, der an pflegende Angehörige und ausländische Hilfskräfte gerichtet ist. Hierbei wird zum wiederholten Male in Bozen in 60 spannenden Unterrichtsstunden sehr vieles gelehrt, was man im Umgang mit Alzheimerpatienten wissen sollte. Erstmals wird heuer im Frühjahr eine solche Fortbildung auch in Meran garantiert. Einschreibungen für beide Kurse sei es in der Landeshauptstadt wie in der Passerstadt sind ab sofort unter info@asaa.it möglich. Schließlich weist Ulrich Seitz noch auf 2 Online-Konferenzen hin, die mit der „Arche im KVW“ konzipiert wurden. Am 9.2. und 9.3 werden jeweils um 17 Uhr wertvolle Tipps zum sicheren Wohnen mit Demenz und worauf im Generationengerechten Wohnen zu achten ist, erteilt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich jederzeit über die Grüne Nummer 800660561 im Hinblick auf die unterschiedlichen Veranstaltungen und Hilfsleistungen, die den rund 13.000 Betroffenen im Lande zugutekommen sollen, zu informieren.

Im Foto in der Anlage (aufgenommen bei einem letzthin erfolgten Besuch von Landesrätin Deeg). Von links nach rechts: Helmuth Ohnewein (Vorstand), Edith Moroder (Vize-Präsidentin), Ulrich Seitz (Präsident), Landesrätin für Soziales Waltraud Deeg und Simonetta Nardin (Vorstand).

 

Handlungsappel – Cannabis Social Club

Programm Tagung – Cannabis Social Club

Cannabis medica, appello ai politici: si deve fare di più

 

Zeitungsartikel aus der „Zett“ vom 13. Dezember 2020

Hier das Dokument zum Herunterladen

 

Zeitungsartikel aus der „Dolomiten“ vom 14. Dezember 2020

Hier das Dokument zum Herunterladen

„Medizinisches Cannabis bei Alzheimer und Parkinson“

(Online am 12.12.20) s.Programm
Seit Jahren wird auf der Suche nach unter­stützenden Maß­nahmen häufig auch Cannabidiol (CBD) aus­probiert.
Der nicht psychoaktive Ex­trakt aus der Hanf­pflanze kann beruhigende Effekte auf das zentrale Nervensystem ausüben und Angstgefühle sowie Schmerzen lindern; von ihm geht auch ein entzündungshemmendes Potenzial aus.

Die Tagung soll Einblick geben in den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Hier das Programm

Nicht nur während eines Lockdown müssen Tausende von Familien im Lande bei der Pflege daheim über sich hinaus wachsen

 

Die Alzheimervereinigung Südtirol ASAA teilt aufgrund der sich erneut erheblich zugespitzten Situation rund um die Eindämmung des Corona-Virus und der damit zusammenhängenden wiederholten Reduzierung/Überlastung vieler Dienste im öffentlichen Bereich, mit, dass das Sorgentelefon weiterhin über die Grüne Nummer der Vereinigung 800660561, täglich von 7 Uhr bis 22 Uhr (auch am Wochenende) aktiv sein wird. Zudem finden die Selbsthilfegruppen unter absoluten Sicherheitsvorkehrungen sowie sämtliche individuelle Beratungen bzw. Fallbesprechungen weiterhin statt. Gerade jetzt ist es unabdingbar, dass sich Familien mit ihren Sorgen an kompetente Ansprechpartner, die selbst Erfahrungen in ihrem Umfeld mit den Auswirkungen von neurodegenerativen Störungsbildern gemacht haben, ohne komplizierten Zugang, zeitnah wenden können. „Wenn Sie also einen nahen Angehörigen mit Demenz betreuen, und gerade jetzt besonders an Ihre Grenzen stoßen, melden Sie sich für Tipps und mögliche Hilfestellungen“, so Präsident Ulrich Seitz.

Zur aktuellen Situation sei folgendes vermerkt: die Welt Gesundheit Organisation setzt immer öfters auf nicht nur kausal wirksame medikamentöse Therapien, sondern spricht im ‚Globalen Aktionsplan Demenz 2017-2025‘ von der Vision einer Welt, in der…“Demenzerkrankungen vorgebeugt werden können und Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ausreichend Fürsorge und Unterstützung erhalten, um ihr Leben so selbstbestimmt, respektvoll, würdevoll und gleichberechtigt wie möglich gestalten zu können.“ Zur Krankheitsbewältigung und Unterstützung jenseits der medikamentösen Begleittherapie sowie Symptomkontrolle gehören demnach Programme und Schulungen für Menschen mit demenziellen Erkrankungen. Und hier setzt die Selbsthilfe in unserem Verein mit gezielten Aktionen, so Seitz, verstärkt an.

 

Im Bild: Ulrich Seitz und Sigrid Gregori (Teilnehmerin an den Fortbildungen von ASAA)

Wichtige, bevorstehende Termine für Interessierte sind auch die 2 Online-Konferenzen mittels Zoom zu den Thematiken „der kognitive Verfall durch die Krankheit – Gehirn-training um den Verlust der Eigenständigkeit zu verlieren“ am 24. November 2020 von 17 bis 18 Uhr und „Lebensstile: Geistes- und Gehirntraining in verschiedenen Lebensphasen“, am 1.Dezember 2020, immer zwischen 17 und 18 Uhr. Referent ist der bekannte Psychologe, Neuropsychologe und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Dozent der Humanwissenschaften an der Universität von Mailand“, Prof.  Giuseppe Iannoccari aus Mailand.

Belastungen und Stress in der Betreuung und Pflege eines Menschen mit einer demenziellen Erkrankung wie zum Beispiel Alzheimer dürfen laut neuesten Studienergebnissen, gerade jetzt in der Corona-Zeit, keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden.

Dem immensen Stress-Faktor in der Pflege daheim entgegen zu wirken ist dem Verein ASAA ein großes Anliegen. Durch die Nutzung der Angebote des Vereins, durch den Besuch der Selbsthilfegruppen, durch Einzelberatungen und Informationen können Betreuende und Pflegende lernen auf sich zu achten, Grenzen zu setzen, die Veränderungen als Teil der Erkrankung zu sehen, Entlastungsangebote anzunehmen und damit Belastungen und Stress zu reduzieren. Wir müssen definitiv Alarm schlagen, vor allem weil wir beobachten, wie durch die Corona-Pandemie bereits seit dem Frühjahr 2020, Tausende von Südtiroler, nicht mehr angemessen behandelt werden können. Immer öfters gibt es Probleme mit Therapieplänen, die nicht mehr regelmäßig monitoriert oder fachärztliche Leistungen, die verschoben werden. Die Ursachen hierfür liegen laut ASAA nicht nur in der Pandemie. Schon im Jänner 2020 verzeichneten wir nämlich Höchstwartezeiten für geriatrische und neurologische Erstvisiten an den Südtiroler Krankenhäusern, die weit über dem vom Staat definierten vorgegebenen Standard lagen, erinnert Ulrich Seitz. Für die Angehörigen und die Pflegenden ist es in Hinblick auf die eigene Gesundheit wichtig, von Beginn an die Betreuung und Pflege aufzuteilen, Hilfe und Entlastung anzunehmen wie z.B. durch Tagesstätten oder stundenweiser Betreuung und für das eigene seelische Wohlbefinden in Gesprächsgruppen der Selbsthilfe oder durch psychotherapeutische Begleitung zu sorgen.

Der Alzheimervereinigung Südtirol ist es ein Anliegen, die vielen Südtiroler Familien, die in der Pflege involviert sind, trotz der Vielfalt der Symptome und Veränderungen, dahingehend zu informieren, dass es durchaus gute Möglichkeiten gibt, um Spannungen im familiären Kontext zu unterbinden. Einige hilfreiche Beispiele, die wie angesprochen in Zeiten, wo nichts mehr so ist, wie einmal, sind Situationen, die wie folgt zusammengefasst werden können:

  • Häufig treten Veränderungen in der Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit auf. Dies macht es den Betroffenen schwer, einem Gespräch zu folgen und erfordert daher von den betreuenden oder pflegenden Personen ein Anpassen zur besseren Verständigung. Sprechen Sie langsam und sagen Sie kurze, einfache und klare Sätze und warten Sie die Reaktion oder Antwort ab!
  • Die Wahrnehmung kann sich im Alter und bei einer demenziellen Erkrankung, aber auch durch Medikamente verändern. Hörbeeinträchtigungen und Sehstörungen können die Kommunikation erschweren. Sätze im Vorbeigehen, von oben herab oder von Hinten gesprochen erreichen die Betroffenen oft nicht.
  • Das Denken verlangsamt sich und macht es den Betroffenen schwer, alles richtig zu verarbeiten. Wenn der Inhalt einer Botschaft nicht verstanden wird, werden die mitschwingenden Gefühle wahrgenommen. Stress überträgt sich leicht auf Menschen mit Demenz, was die Gedächtnisleistung zusätzlich beeinträchtigt.
  • Demenzielle Erkrankungen können auch die Kontrolle über die eigenen Gefühle verändern. Fehleinschätzungen führen zu Kränkungen bzw. Wut oder Aggressionen über die nachlassende Gedächtnisleistung und die damit verbundene Fehlerhäufigkeit und können an den nächsten Personen ausgelassen werden.
  • Auch wenn kognitive Einbußen die Persönlichkeit verändern, so bleibt sie oder er eine Person mit Würde und ist daher respektvoll und wertschätzend zu behandeln. Dazu gehört vor allem nicht auf die Fehler aufmerksam zu machen, die veränderte Wahrnehmung und Realität anzuerkennen und nicht auf der eigenen Realität zu bestehen.
  • Gedächtniseinschränkungen beschämen und stellen das bisher gekannte Leben der Betroffenen auf den Kopf. Kein Mensch mit Demenz kann sich besser erinnern, bloß weil er oder sie auf das schlechte Gedächtnis hingewiesen werden. Im Gegenteil: Wenn Selbstverständliches und Alltägliches weniger gelingt, verursacht dies starke Selbstzweifel und Scham. Das führt zu Rückzug und Vermeiden von Situationen, in denen häufig Fehler passieren. Finden Sie so oft wie möglich etwas, was sie loben können. Geben Sie ehrliche Anerkennung für gegenwärtige oder Leistungen von Früher.
  • Die Tagesverfassung spielt eine große Rolle, wie Menschen mit Demenz erreicht werden können und reagieren. Es gibt immer einen Grund, warum sich Verhalten oder Gedächtnisleistungen ändert. Schlechter Schlaf, Durchblutungsstörungen, Vergiftungen, Nährstoff- oder Sauerstoffmangel, beginnende Infektionen, zu wenig Flüssigkeit und Schmerzen können jeweils die Gedächtnisleistung verändern und verschlechtern.