Aus der Zeitschrift „Die Weintstrasse” von Juni 2021

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Anna Gaburri, die inzwischen vielen bekannte Sente-Mente-Begleiterin,
lädt wieder zum Treffen ein, und zwar ganz regelkonform via Zoom:
von 17:30 bis 18:30 Uhr.

Ein spezielles Café, in dem sich pflegende Hilfskräfte und Menschen mit Demenz mit einem Model Sente-Mente® Felicitatore treffen, um eine neue Sichtweise auf die Krankheit kennenlernen, ihre Belastbarkeit trainieren, innovative Werkzeuge erwerben, emotionale und affektive Erfahrungen machen, die in der Lage sind, die Pflepartners zu vereinen und in die Welt der Person mit Demenz einzutreten, um einen Alltag zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen.

 

 

Auf dem Foto: eine Teilnehmerin des letzten Kurses in Bozen und der Präsident ASAA Ulrich Seitz

Nachdem von Seiten der Alzheimervereinigung Südtirol ASAA, in enger Zusammenarbeit mit der Weiterbildungsagentur „Cedocs“ in den letzten 3 Jahren mit großem Erfolg Fortbildungskurse für pflegende Angehörige und ausländische Hilfskräfte in der Gemeinde Bozen organisiert worden waren, freut sich die Alzheimervereinigung Südtirol nun sehr, dass es gelungen ist, erstmals ein sehr attraktives Programm für Interessierte im Ausmaß von 60 Stunden, beginnend ab dem 07.05.2021 bis einschließlich 24.06.2021 in Meran auf die Beine zu stellen (immer am Freitag-Nachmittag und am Samstag-Vormittag im Bürgersaal Otto Huber), trotz der Einschränkungen durch die Corona Pandemie und in Präsenz.

Das Projekt ermöglicht ganz konkret Personen, die als Betreuer/innen arbeiten, ihr professionelles Berufsbild durch den psychologisch-kulturellen Aspekt und den aktiven Gebrauch der gemeinsamen Zeit zu vervollständigen.

Der Kurs steht aber auch für Angehörige Demenzkranker offen, um ihnen praktische Mittel in die Hand zu geben, die sie befähigen, ihre kranken Familienmitglieder mit mehr Sicherheit und weniger Stress- Aufwand zu unterstützen. Im Fokus der Referate und praktischen Übungen stehen die Beziehungsaspekte und die aktive Nutzung der Zeit für die Senioren, wobei man auf der Basis ihrer Biografie auf Verhaltensweisen, Initiativen und Anregungen setzt, die ihr Interesse und ihre soziale Anteilnahme an ihrer Umwelt nachhaltig bewahren helfen. Damit wird der Melancholie und dem Gefühl der Isolation vorgebeugt, die nicht nur bei Senioren zu einem raschen geistigen und körperlichen Verfall führen.  Die Themenvielfalt ist dieses Mal besonders beeindruckend, sie reicht nämlich von rechtlichen Informationen, über die Kinästhetik, die Ernährung von Senioren, zur Vorstellung der im Land bestehenden Gesundheits- und Sozialdienste, bis hin zur Zubereitung von traditionellen Speisen, Hauskrankenpflege, bis zur Domotik, Beschäftigungstherapie und schließlich der psychologischen Unterstützung für Betreuer mit Krisenmanagement, so unterstreichen dies Ulrich Seitz, Präsident der Alzheimervereinigung und Ricciarda Cavosi, Psychologin sowie Verantwortliche der Initiative vor Ort. Die Freude ist vor allem auch deshalb groß, dass es gelungen ist, erfahrene Fachleute aus den verschiedensten Bereichen aus Meran und Umgebung zu gewinnen. Eines darf gerade in dieser Ausnahmezeit nicht vergessen werden. Die meisten demenziell erkrankten Menschen werden in Südtirol von ihren Angehörigen versorgt, häufig ohne jede professionelle Unterstützung. Pflegende Angehörige sind dadurch körperlich, psychisch emotional und oft auch finanziell-wirtschaftlich stark belastet. Es fehlen immer öfters wegen akute Unterstützungs- und Entlastungsangebote im öffentlichen Bereich,  die nachweislich helfen und positiv wirken könnten. Viele Angehörige im Lande sind misstrauisch oder lehnen halbherzige Unterstützungsangebote ab, so Seitz.  Was für die Organisatoren des Kurses wichtig erscheint, ist hervorzuheben, dass es sehr wohl möglich ist, trotz  Demenzdiagnose zu Hause in Würde zu wohnen. Wie das geht, zeigt der angesprochene Kurs.  Am besten gelingt dies jenen, die zur richtigen Zeit auch von außen Hilfe bekommen und diese  zulassen. Deshalb ist es unabdingbar, dass sich die Familie gründlich mit der Situation auseinandersetzt, offen bespricht, in welchem Umfang sie helfen kann und wo sie externe Hilfe braucht, das rät unter anderem die Betroffene, Laura Turati. Die Unternehmerin, Tochter und Freiwillige Turati erläutert in ihren praktischen Ausführungen die Grundkenntnisse, die man in der Betreuung von Demenzkranker braucht, beschreibt die Bedeutung des Aufbaus der Beziehung zwischen Betreuer, Betreutem und seiner Familie, und greift die oftmals sehr undurchsichtigen Themen rund um die Rechte der betreuten Person, und schließlich ebenso die zivile/strafrechtliche Verantwortung im Betreuungsprozess auf.

Ich werde nicht müde, betont Seitz ebenso auf die Notwendigkeit der Unterstützung durch qualifizierte Freiwillige als wesentlicher Bestandteil in einem gelingenden Pflegemix hinzuweisen. Die Weiterqualifikation von engagierten Freiwilligen trägt zu einer Entlastung von pflegenden Angehörigen bei.

Auskünfte zum Kurs über info@asaa.it oder die Grüne Nummer der Alzheimervereinigung 800660561

Die Zusammenarbeit zwischen der Weiterbildungsagentur CEDOCS und der Vereinigung Alzheimer Südtirol Alto Adige ASAA hat zur Verwirklichung des „Befähigungskurses für begleitende Tätigkeiten zugunsten Demenzkranker“ geführt, der beachtlichen Erfolg sowohl bei den Ergebnissen als auch bei der Zufriedenheit der Teilnehmer/innen erzielt hat.

 

Auf der Grundlage der konkreten Erfahrungen während der genannten Kurse und der Hinweise für Veränderungen und Verbesserungen, die die Teilnehmer/innen in der abschließenden Bewertung beider Kurse anführten, ist das Projekt tiefgreifend überarbeitet und neu aufgelegt worden.

Für die Neuauflage des Kurses von CEDOCS und ASAA sind die Inhalte der Betreuung von an Demenz leidenden Personen noch stärker hervorgehoben worden.

Das Projekt ermöglicht also Personen, die als Betreuer/innen arbeiten, ihr professionelles Berufsbild durch den psychologisch-kulturellen Aspekt und den aktiven Gebrauch der gemeinsamen Zeit zu vervollständigen, wodurch das Bildungsangebot, das bisher vor allem auf die Betreuungstätigkeit zuhause und die krankenpflegerischen Aspekte ausgerichtet war, ergänzt wird.
Aber der Kurs steht auch für Angehörige Demenzkranker offen, um ihnen Mittel in die Hand zu geben, die sie befähigen, ihre kranken Familienmitglieder mit mehr Erfolg und weniger Stress- Aufwand zu unterstützen.

Im Fokus des Weiterbildungsprojekts stehen also die Beziehungsaspekte und die aktive Nutzung der Zeit für die Senioren, wobei man auf der Basis ihrer Biografie auf Verhaltensweisen, Initiativen und Anregungen setzt, die ihr Interesse und ihre soziale Anteilnahme an ihrer Umwelt nachhaltig bewahren helfen. Damit wird der Melancholie und dem Gefühl der Isolation vorgebeugt, die nicht nur bei Senioren zu einem raschen geistigen und körperlichen Verfall führen.

Vorgesehene Teilnehmerzahl: 12
Einschreibegebühr: € 80,00/pro Person
Teilnahmegebühr für Angehörige: € 30,00/pro Person

Unterrichtstage und Stunden

Freitag, 15.00 – 19.00 Uhr
Samstag, 09.00 – 13.00 Uhr

Anfangsdatum: 14.Mai 2021
Enddatum: 26.Juni 2021

 

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Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 04.05.2021

Über 2100 Anrufe bei der Grünen Nummer der Alzheimervereinigung Südtirol 800660561 – Resümee aus 14 Monaten Ausnahmezustand durch die Pandemie

Ulrich Seitz, der Präsident der Alzheimervereinigung Südtirol hat ein erstes Fazit der Anrufe auf der Grünen Nummer in den letzten 14 Monaten gezogen. Nach Auskunft der zahlreichen Betroffenen geht dabei hervor, dass rund 60% der Personen, die von Demenz betroffen sind, eine erhebliche Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation aufgrund der Pandemie erfahren hat. Verschiedenste Verhaltensstörungen in der Psyche kamen dabei besonders zum Tragen. Rund 70% der Familienangehörigen hat einer Auswertung der ASAA zufolge hingegen verstärkt Probleme durch zusätzliche Stressfaktoren in der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege am Beratertelefon angesprochen.

Die Alzheimervereinigung hat auf die Fülle der Anfragen reagiert und Ratschläge für die Pflege daheim zusammengestellt, die von vielen Südtiroler Familien gerne angenommen werden, so Seitz.

Diese lauten:

  • Nehmen Sie Anschuldigungen und Abwehrverhalten nicht persönlich – bleiben Sie ruhig. Sagen Sie innerlich ‚Stopp und ihren Vornamen‘ und atmen Sie tief durch bevor Sie reagieren.
  • Diskutieren und Zwang bringen in der Regel nichts.
  • Setzen Sie Grenzen wo es notwendig ist – bei Selbst- oder Fremdgefährdung.
  • Lenken Sie von einer kritischen Situation ab oder lassen Sie die Sache für den Moment auf sich beruhen.
  • Stolperfallen beseitigen, für ausreichende und gute Beleuchtung sorgen – das Licht von Fernseher und Computer können besonders abends die Unruhe fördern. Hören Sie lieber Musik oder lesen Sie etwas vor.
  • Machen Sie mit, wenn Sinnestäuschungen und angstauslösende Dinge geschildert werden, die Sie nicht wahrnehmen. Korrigieren Sie nicht, sondern akzeptieren sie diese Wahrnehmung und helfen sie mit, Spinnen zu entfernen, Zwerge mit Essen zu versorgen um sie freundlich zu stimmen, bei Angst vor Stromschlägen mit Kleidern oder Handschuhen ins Bett zu gehen usw.
  • Finden Sie etwas zum Lachen. Humor ist eine wichtige Stütze im Alltag mit Menschen mit Demenz. Gemeinsam lachen, nicht andere auslachen!
  • Das Weglaufen von Demenzkranken ist gerade jetzt eine Herausforderung. Als Reaktion auf die eingeschränkte Bewegungsfreiheit ist dieses Verhalten verständlich. Fragen Sie die Person, die das Haus verlassen möchte, wo sie hin muss und hören Sie genau zu, was sie sagt. Wenn Sie mit ihr über den Ort und die Erinnerungen daran sprechen, kann sie sich beruhigen und lenken Sie sie ab, indem Sie eine alternative Tätigkeit vorschlagen.

Online wie inzwischen gewohnt, fand vor kurzem die Jahreshauptversammlung des Vereins ASAA-Alzheimer Südtirol Alto Adige statt, die wie immer Gelegenheit zu Rück- und Ausblick bot.

Präsident Ulrich Seitz und Vizepräsidentin Edith Moroder konnten viele zugeschaltete Mitglieder und Gäste begrüßen, in erster Linie Landesrätin Waltraud Deeg, die die Arbeit des Vereins mit großer Anteilnahme verfolgt, wie sie betonte. Die Situation ist derzeit für alle schwierig, besonders aber für Angehörige, die einen Menschen mit Demenz betreuen. Seitz geht von etwa 850 Familien aus, die von einer ganzen Reihe zusätzlicher Probleme betroffen sind und sich bei der Grünen Nummer des Vereins (800 660 561) bitter beklagen. Daher bat Präsident Seitz im Namen des Vorstands, dringend gegen die unzumutbar langen Wartezeiten für fachärztliche Visiten und für Hausbesuche des Pflegeeinstufungs-Teams, die Verzögerungen bei der Anerkennung der Zivilinvalidität, die Blockaden von Kurzzeitpflege und Tagespflegestätten vorzugehen. Diese gravierenden Einschränkungen steigern die Isolation der betreuenden Familien und ihre Sorgen angesichts drohender Verluste von Arbeitsplätzen ins Unerträgliche. Die Landesrätin entschuldigte sich dafür und versprach, Verbesserungen so bald wie möglich in Angriff zu nehmen.

Der Tätigkeitsbericht 2020, wie immer ein wichtiger Punkt der Tagesordnung, fiel trotz Corona-bedingter Pausen vielfältig aus. Jede Möglichkeit wurde genützt, um die bewährten Programme durchzuführen. Von den Kursen für Betreuer/innen und ausländische Pflegekräfte über das inzwischen sehr beliebte Demenz-Screening der bei ASAA mitarbeitenden Psychologen bis zu den einschlägigen Beratungen durch „Sente-Mente“-Expertinnen wurden Hilfestellungen für Kranke und pflegende Angehörige geboten. Manches musste allerdings auch verschoben werden und wird im laufenden Jahr nachgeholt. Vorträge und Tagungen, auch in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, wurden ins Netz verlegt; ebenso die Treffen mit den deutschsprachigen Demenz-und Alzheimer-Organisationen DADO, mit denen ASAA gemeinsam einen Sprachleitfaden herausbrachte. Wie auch die Selbsthilfegruppen, die sich im Herbst für eine Weile wieder persönlich treffen konnten, bevor der nächste Lockdown begann.

Der Welt-Alzheimer-Tag im September konnte mit einer Filmpräsentation und einer Podiumsdiskussion mit der Demenzaktivistin Helga Rohra begangen werden; Mitte Oktober wurde eine Ausstellung mit Bildern von Margareta Kiem samt Lesung organisiert. Das Theaterstück „Im Treibsand -Loslassen“, das die Vereinigten Bühnen Bozen als Reprise wieder aufnehmen wollten, musste ebenfalls mehrfach verschoben werden und soll nun im Herbst d.J. über die Bühne gehen. Alles, was sich in den letzten Jahren bewährt hat, wird wiederholt und anhand der gemachten Erfahrungen angepasst bzw. verbessert.
Auch der Bilanzbericht samt Vorschau wird in jeder Vollversammlung mit Spannung erwartet. In den bewährten Händen des Schatzmeisters Helmuth Ohnewein sind die Finanzgeschicke des Vereins bestens aufgehoben; Einnahmen und Ausgaben penibel abgestimmt. Ein Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Unterstützung der öffentlichen Hand finanziert, kann keine großen Sprünge machen, aber da alle Aktiven ehrenamtlich tätig sind – trotz zeitlicher Einschränkungen belaufen sich die 2020 geleisteten Stunden auf 2.500 – kommt er gerade so über die Runden. Allein die bürokratischen Auflagen sind nur unter größtem Einsatz zu bewältigen. Eine fest angestellte Bürokraft, die dringend nötig wäre, könnte sich ASAA jedenfalls nie leisten.

Viel Interesse und Zuspruch bekam Norbert Bertignoll, Präsident der Stiftung Griesfeld/Neumarkt, der neueste Informationen zum Projekt „Haus Inge“ einbrachte. Dieses in Margreid geplante Kompetenzzentrum für Demenz, das die ASAA-Präsidentin Inge Bauer Polo schon vor vielen Jahren angedacht hatte, soll nun nach langen konzeptuellen Diskussionen aufgrund der Unterstützung verschiedener interessierter Partner wieder aufgegriffen und an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Es geht um eine Entlastung der pflegenden Familien als Überbrückungsstruktur mit Kurzzeitbetten für Demenzkranke sowie Behinderte und psychisch Belastete unter 65 Jahren, die auf einen Heimplatz warten; dazu kommt eine ganzjährig funktionierende Tagesstätte samt Abhol- und Rückbringerdienst. Zudem soll für Angehörige die Möglichkeit bestehen, gemeinsam mit den Kranken hier einige Urlaubstage zu verbringen. ASAA kann seine Kompetenz einbringen. Die Planung soll 2021 abgeschlossen werden, der Bau 2022, sodass der Dienst 2023 starten kann.

Abschließend stellte Michael Savelli vom Verein „Arche“ im KVW zum Thema Lebensqualität zuhause sein Angebot zu Wohnberatung vor, das auch kostenlose Hausbesuche vorsieht. Dabei können Fachleute Tipps geben, wie die praktische Umstellung im Seniorenhaushalt ohne großen Kostenaufwand gelingen kann. Laut ASAA-Fachmann Architekt Loris Alberghini werden auch die technologischen Hilfsmittel immer einfacher und funktioneller, sodass es immer leichter wird, Risiken einzuschätzen und zu umgehen.

(ehm)