Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts: ASAA-Präsident Ulrich Seitz, Psychologe Michele Piccolin, AUSER-Präsident Elio Fonti, Prof. Giuseppe Alfredo Iannoccari, Betroffene Pflegende und Buchautorin Laura Turati, Prof. Paolo Bovi, CEDOCS-Präsident Franco Gaggia.

Vor Kurzem hat eine äußerst gut besuchte Tagung der beiden befreundeten Vereinigungen ASAA Alzheimer Südtirol und CEDOCS in Bozen stattgefunden. Die Südtiroler Alzheimervereinigung ASAA und die Bildungsorganisation CEDOCS arbeiten seit nunmehr einiger Zeit intensiv auf dem Gebiet der praktischen Hilfestellungen für Familien, die mit dem Thema „Demenz“ konfrontiert sind, zusammen und organisieren unter anderem auch spezifische Weiterbildungsveranstaltungen und Kurse für Pflegende. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Thema der gemeinsamen Tagung folgendes war: „Demenzen eine vielfältige Herausforderung für alle“

Die Präsidenten von ASAA, Ulrich Seitz und von CEDOCS, Franco Gaggia konnten bei dieser Gelegenheit unter anderem als Vertreter der Behörden, den Bozner Stadtrat für Sozialpolitik und Kultur, Juri Andriollo sowie die Direktorin Sozialbetriebs Bozen, Liliana Di Fede, begrüßen.

Ulrich Seitz unterstrich in seinen Ausführungen, dass Angehörige von Patienten mit Demenzerkrankungen einer Vielzahl von Problemen ausgesetzt sind. Die Betreuung eines demenzkranken Patienten ist in den meisten Fällen außerordentlich belastend und führt, wie aus zahlreichen Untersuchungen/Erfahrungsberichten in der Selbsthilfe, gerade auch in Südtirol offensichtlich ist, zu psychischen, in erster Linie depressiven Störungen, körperlichen Problemen und einer verminderten Lebensqualität. Beispielsweise treten bei 30 % der Angehörigen depressive Symptome auf. Weit mehr als die Beeinträchtigungen von Konzentration und Gedächtnis tragen dabei die ausgeprägten Veränderungen des Verhaltens der Patienten zur Überforderung der Angehörigen bei. Seitz erinnert, dass der Umgang mit den Persönlichkeitsveränderungen der Patienten ausgesprochen belastend ist. Immer öfters sind Patienten sogar noch in einem relativ jungen Alter und bei Diagnosestellung noch berufstätig. Das verschlimmert die Situation noch zusätzlich.

Im Rahmen der Tagung referierten zwei namhafte Professoren, die neben ihrer klinischen Tätigkeit auf internationaler Ebene in wichtigen Forschungsstudien involviert sind.

Zum einen handelt es sich um Giuseppe Alfredo Iannoccari  von der Uniklinik Mailand, Fachrichtung Humanmedizin und auf der anderen Seite um Paolo Bovi, Neurologe an der Uniklinik Verona.

Iannoccari griff die Prävention mit geistiger Gymnastik auf. Er erörtert in seinen Untersuchungen konkret Folgendes: das Leben verändert sich ständig, aber es gibt auch ständiges Wachstum – wenn wir es rechtzeitig unterstützen! Ab 50 Jahren beginnen die „Altersgebrechen“; auch die Sprechfähigkeit wird alle 5 Jahre geringer. Dagegen lässt sich aber etwas tun: Was man nicht verwendet, verliert man. Neue Aufgaben dürfen nicht Rückzug hervorrufen, sondern sollen Neugier anfachen. Die Hirn-Plastizität lässt sich durch Training in 12 Sitzungen verbessern; damit ist wirksam Zeit zu gewinnen – auch bei beginnender Beeinträchtigung: Selbsteffizienz – Motivation – Selbstwertgefühl werden unterstützt. Empfohlene, nützliche alltägliche Übungen sind hierbei:

  1. Nachrichten verstehen und mindestens 3 Personen weitererzählen;
  2. für gewohnte Tätigkeiten die weniger geübte Hand verwenden;
  3. mehrere Tage lang für 10 Minuten alle Wörter aufschreiben, die mit demselben Buchstaben beginnen;
  4. wenigstens 40 Minuten lang Konzentrationsspiele machen;
  5. jeden Abend vor dem Einschlafen den Tag in Details überdenken.

Paolo Bovi hingegen hat seine Recherchen spezifisch auf den kognitiven Verfall ausgerichtet und verfolgt den Fokus, damit Durchblutungsstörungen im Gehirn rechtzeitig erkannt werden.

Er sagt: Wir unterliegen einem programmierten Mechanismus, der zwar verlängert werden kann (inzwischen sind 65 Jahre nicht mehr die Schwelle zum Alter, sondern 75 Jahre!), aber nicht unendlich – maximal 110 Jahre sind uns gewährt. Der kognitive Verfall hat zwei Komponenten: eine degenerative (gegen die man wenig tun kann) und eine vaskuläre (die heute gut behandelbar ist). Daher sind die Risikofaktoren unbedingt zu beachten: Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Alkoholkonsum, Cholesterin, Herzrhythmusstörungen, Übergewicht  – Bei Verdacht also genaue Diagnose beantragen – Prävention ist deswegen lebenswichtig!

Angehörige von Menschen mit Demenz sollten ihre Kompetenzen stärken, sich einerseits Wissen über die Krankheit aneignen, andererseits auch über ihre Sorgen und Probleme sprechen, sich Rat und Hilfe organisieren, nachfragen und handeln. Es ist erwiesen, dass das Wissen um die Krankheit mit allem was sie mit sich bringt bei der Betreuung der Betroffenen hilft und man ihre veränderten Verhaltensweisen besser verstehen kann.

Ulrich Seitz nutzte schließlich die Möglichkeit, den Anwesenden die Inhalte der 3. Auflage des Vertiefungskurses für pflegende Angehörige und ausländischen Hilfskräften vorzustellen, der ab 24.01.2020 von ASAA und CEDOCS in enger Kooperation in Bozen zur Durchführung gelangt. Dabei wird in 60 abwechslungsreichen Unterrichtsstunden, verteilt auf 6 Wochen detailliertes Wissen über die Krankheit Demenz vermittelt, damit Betreuende sicherer sind  im Umgang mit den Erkrankten. Die Kompetenzstärkung ist nicht nur für die pflegenden Angehörigen selber wichtig, sondern auch eben auch für die erkrankte Person. Der Kurs der ASAA  richtet sich in erster Linie an Angehörige, die einen nahestehenden Menschen mit einer Demenz im frühen bis mittleren Stadium versorgen. Neben aktuellen Erkenntnissen über Demenz, geht es um den Umgang mit den erkrankten Menschen oder um einfühlsame Kommunikation und wie man selbst gut auf sich achten kann. Angesprochen sind in diesem Zusammenhang natürlich ebenso Pfleger aus dem Ausland, die vor dieser Mammutaufgabe stehen. Mehr Informationen dazu erhalten Interessierte unter der Grünen Nummer 800660561 oder info@asaa.it

Artikel in der Tageszeitung Dolomiten vom 17.12.2019

ASAA Wanderausstellung neuerlich zu Gast in Meran

Danke für den Artikel in der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 3. November 2019

Danke für den Artikel in der Tageszeitung Dolomiten vom 9/10 November 2019

Organe in allen Lebensphasen können sehr wichtig sein

Fachleute referieren

Danke für den Artikel in der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 25. Oktober 2019

Danke für den Artikel in der „Südtiroler Tageszeitung“ vom 26. Oktober 2019

Hier der Artikel zum Herunterladen

Bester Song des Jahres

Ein gerade eingetroffener Brief aus Lüneburg freut nicht nur die Empfängerin, sondern auch die Auftraggeber: Alfred Monsorno und die Vereinigung ASAA-Alzheimer Südtirol.

Die Deutsche Popstiftung hat nämlich die Kalterer Liedermacherin und Sängerin Barbara Zanetti mit einem der ersten drei Plätze des 37. Deutschen Pop & Rock-Preises 2019 für die Kategorie „Bester Song des Jahres“ (englischsprachig) ausgezeichnet. Es handelt sich um „Run for Life“, den Barbara Zanetti für das der Alzheimer-Vereinigung gewidmete Marathon-Projekt von Alfred Monsorno geschrieben hat.

Der Champion wird demnächst mit seinen Söhnen nach New York aufbrechen: Am 3.November ist es so weit, und alle Freunde, Weggefährten und Sponsoren fiebern mit. Barbara Zanettis Song ist, wie sie sagt, „eine Hymne an das Leben“; er beschreibt den Traum, das Abenteuer zu wiederholen – Monsorno tut das nun 40 Jahre nach seinem ersten Auftritt in New York – die Motivation zu finden, hoch zu halten und alle Kraft zusammenzunehmen, um das Leben und die Bewegung zu feiern. Die Single erschien am 1.August 2019 und wurde weltweit auf allen großen Musikplattformen verbreitet.

Dass sie der sozial engagierten Musikerin nun diesen begehrten Preis einbringt, macht auch den Präsidenten der ASAA Ulrich Seitz, die Vizepräsidentin Edith Moroder und das ganze ehrenamtliche ASAA-Team stolz und glücklich. Die Preisverleihung findet am 14.Dezember in Siegen statt. Zuvor aber ist Barbara Zanetti noch in die Theaterproduktion „Im Treibsand – Loslassen“ eingebunden, mit der die ASAA in Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Bozen ihren 20.Geburtstag begeht. Dafür hat die Sängerin das berührende Lied „Dein Leben“ komponiert, das sie bei der Pressekonferenz der VBB erstmals vorgestellt hat. (ehm)

RAI TGR Bolzano

Es heißt „Sente-Mente“ und ist ein menschlicher und emotional herzlicher Ansatz, der die Lebensqualität von Patienten und Familienmitgliedern verbessert. Wir starten in der St. Anna Klinik in Meran auf Initiative der Alzheimer Südtirol Alto Adige […]

Wieder viel los bei ASAA: Ein üppiges Herbstprogramm mit Vorträgen, Seminaren und Kursen

Die internationalen Bedenk- und Aktionstage im Spätsommer – Welt-Alzheimertag 21.9. und Tag der Senioren 1.10.

– widmet die UNO schon seit den 1990er Jahren den älteren Menschen, und 2012 hat eine eigene Kampagne den ganzen September zum Alzheimer-Monat erklärt, um das Bewusstsein zum Thema Demenz zu verstärken und die landläufige Vorstellung davon zurecht zu rücken. Jedes Jahr wird dazu ein eigenes Motto ausgegeben. Für 2019 lautet es: „Demenz. Einander offen begegnen“ – ein Anliegen, das die Vereinigung ASAA – Alzheimer Südtirol Alto Adige seit jeher entschieden vertritt. Entsprechend rüstet sie sich für die anstehenden Initiativen.

Nicht nur am Bozner Hauptsitz,

sondern auch in den Außenstellen richtet sich die Aufmerksamkeit diesmal vor allem auf den angemessenen Umgang mit der Krankheit. Für den 19. September organisiert die neue Selbsthilfegruppe „Demenzfreundlicher Vinschgau“ einen Vortrag zum Thema „Bedürfnisse – von Personen, die von Demenz betroffen sind“ (Bürgerheim Schlanders, ab 19.30 Uhr). Die Referentin Benedikta Fischnaller geht dabei besonders auf die Fähigkeiten ein, die den Kranken noch lang erhalten bleiben und bei angemessener Begleitung Halt und Orientierung geben können.

In Bozen findet am 29. September ein zweisprachiger Infoabend

zum Projekt „Sente-Mente“ statt, das von der engagierten Udineser Sozialassistentin Letizia Espanoli 2014 gegründet und bereits in vielen Städten im In- und Ausland bekanntgemacht wurde (Kolpinghaus, 18 Uhr). Ständig mit Vorträgen und Kursen unterwegs, kommt Espanoli selbst diesmal nach Bozen, um ihr neues Betreuungsmodell vorzustellen. Darin geht es um erlernbare Ansätze, durch die Betroffene besser mit der Krankheit leben und Betreuer/innen besser damit umgehen können. Im Mittelpunkt stehen die Aufwertung der persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten und deren einfühlsame, positive Unterstützung. Eigens dazu ausgebildete Mitarbeiterinnen gibt es auch bereits in Südtirol; einige von ihnen wollen sich am 3. November beim New-York-Marathon der „Run-for-Life“-Initiative anschließen, die der Champion Alfred Monsorno mit seinen Söhnen im Namen von ASAA bestreitet. Kurse nach dem Sente-Mente- Modell wird ASAA ab Oktober in der Privatklinik St.Anna in Meran anbieten (Start 11.10., jeweils freitags ab 15 Uhr).

Zum Welt-Seniorentag 1.Oktober

findet ebenfalls in Bozen, bei EOS in Rentsch (17 Uhr) ein Impulsreferat zum Thema „Gewalt gegen Senioren“ statt, das ASAA gemeinsam mit SOCREM veranstaltet. Die bekannte Psychologin aus Trient Dr. Paola Taufer, die sich seit langem mit Generationenkonflikten und Problemen in Betreuungssituationen beschäftigt und die einschlägige Gesellschaft für Psychologie SIPAA gegründet hat, wird dabei die verschiedenen Formen von Gewalt erläutern und Wege zu deren Vermeidung aufzeigen. Alle Interessierten sind zum kostenlosen Vortrag (in italienischer Sprache) eingeladen, sollten sich allerdings innerhalb 30.9. anmelden (info@asaa.itoder info@socrem.bz.it bzw. Grüne Nummer 800660561). (ehm)

Nicht weniger Kranke sind, sondern mehr.

https://www.repubblica.it/cronaca/2019/09/09/news/alzheimer_piu_malati_e_sempre_meno_cure-235542402/?ref=RHPPLF-BH-I235548338-C8-P9-S1.8-T1